Präsentationen 2026

Erkentnisse 2026

Mehr Leben in den Jahren: Zwei Tage, die den Blick auf das Älterwerden verändern

Wie werden wir nicht nur älter, sondern bleiben dabei möglichst lange gesund, selbstständig und mitten im Leben? Mit dieser Frage beschäftigten sich die blue zone days 2026 am 16. und 17. Oktober im Haslibrunnen in Langenthal. Zwei Veranstaltungen, zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse und ganz unterschiedliche Perspektiven machten deutlich: Gesundes Altern beginnt lange vor dem hohen Alter. Und es ist weit mehr als eine Frage des persönlichen Lebensstils.

Wir leben immer länger. Eine erfreuliche Entwicklung, die gleichzeitig neue Fragen aufwirft. Denn entscheidend ist nicht allein, wie viele Lebensjahre wir gewinnen, sondern wie wir diese Jahre verbringen. Können wir weiterhin selbstständig leben? Unsere Beziehungen pflegen? Aktiv bleiben, Neues lernen und unseren Alltag nach eigenen Vorstellungen gestalten?

Genau hier setzt Healthy Ageing an. Und genau darum ging es bei der zweiten Durchführung der blue zone days im Haslibrunnen.

Freitag: Gesundes Altern aus neuen Perspektiven verstehen

Die wissenschaftlich ausgerichtete Healthy Ageing-Tagung vom 16. Oktober brachte Fachpersonen aus Medizin, Forschung, Psychologie, Politik und Praxis zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Erkenntnisse zum Alterungsprozess und die Frage, welche Voraussetzungen es braucht, damit Menschen möglichst lange gesund und selbstbestimmt leben können.

Den Auftakt machte Dr. Regula Furrer mit einem Blick auf die biologischen Mechanismen des Alterns. Sie zeigte, was in unserem Körper mit zunehmendem Alter geschieht und welche Rolle körperliche Aktivität dabei spielt. Denn Altern ist zwar ein natürlicher Prozess, sein Verlauf lässt sich jedoch bis zu einem gewissen Grad beeinflussen.

Wie unmittelbar sich körperliche Leistungsfähigkeit auf unsere Lebensqualität auswirkt, verdeutlichte PD Dr. med. Mathias Schlögl. Mobilität bedeutet im Alter weit mehr als Fitness. Wer selbstständig Treppen steigen, einkaufen oder das eigene Zuhause verlassen kann, bewahrt damit ein entscheidendes Stück Unabhängigkeit.

Doch gesundes Altern betrifft nicht nur den Körper.

Dr. Laura Meine beleuchtete die psychische Widerstandskraft, die sogenannte Resilienz. Wie gehen wir mit Veränderungen, Verlusten und schwierigen Lebenssituationen um? Und wie können wir lernen, auch im höheren Alter mit Herausforderungen besser zurechtzukommen? Ihre Ausführungen machten deutlich, dass sich Resilienz ein Leben lang stärken lässt.

Wenn gesundes Altern zur gesellschaftlichen Aufgabe wird

Eine weitere Perspektive eröffnete Felix Wettstein mit seinem Blick auf die Alterspolitik. Denn wie gesund Menschen altern, hängt nicht ausschliesslich von ihren persönlichen Entscheidungen ab. Auch politische Rahmenbedingungen, soziale Sicherheit, Wohn- und Lebensräume sowie der Zugang zu Unterstützung und Gesundheitsangeboten spielen eine wesentliche Rolle.

Damit stellte sich eine grundlegende Frage: Wie viel Verantwortung für gesundes Altern liegt beim Einzelnen und welche Verantwortung trägt die Gesellschaft?

Dass neue Ansätze auch ausserhalb klassischer Altersinstitutionen entstehen können, zeigte PD Dr. Iren Bischofberger am Beispiel von Care Farming. Bauernhöfe können zu Orten werden, an denen ältere Menschen sinnvolle Tätigkeiten übernehmen, Gemeinschaft erleben und weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

Prof. Dr. Alexander Seifert wiederum beschäftigte sich mit der Digitalisierung. Digitale Angebote können den Alltag erleichtern, Kontakte ermöglichen und Selbstständigkeit fördern. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Menschen ausgeschlossen werden, die mit den technischen Entwicklungen nicht Schritt halten können.

Auch die Bedeutung der mentalen Fitness und der Erhaltung geistiger Fähigkeiten wurde im Rahmen der Tagung thematisiert.

So unterschiedlich die wissenschaftlichen Disziplinen und Ansätze waren, in einem Punkt liefen viele Erkenntnisse zusammen: Gesundes Altern entsteht nicht allein durch medizinische Versorgung. Es braucht auch soziale Beziehungen, geeignete Lebensräume, gesellschaftliche Teilhabe und die Möglichkeit, das eigene Leben möglichst lange selbst zu gestalten.

Ein herzliches Dankeschön

Ein besonderer Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, den Workshop-Leitenden, dem wissenschaftlichen Beirat sowie unseren Partnern und Sponsoren, die zur Durchführung der blue zone days 2026 beigetragen haben.

Ebenso danken wir allen Teilnehmenden für ihr Interesse, ihre Fragen und die wertvollen Gespräche. Gerade der Austausch zwischen Wissenschaft, Fachpraxis und interessierter Bevölkerung machte die beiden Tage zu einer bereichernden Erfahrung.

Mehr Leben in den Jahren – dieser Gedanke bleibt auch nach den blue zone days 2026 aktuell.

Samstag: Wenn wissenschaftliche Erkenntnisse im Alltag ankommen

Während der Freitag vor allem den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen gewidmet war, rückte am Samstag, 17. Oktober, die persönliche Gesundheitsförderung in den Mittelpunkt.

Unter dem Titel «Gesundheitsforum – Mehr Leben in den Jahren» öffnete das Haslibrunnen seine Türen für interessierte Menschen, die sich mit ihrer eigenen Gesundheit und dem Älterwerden auseinandersetzen wollten.

Prof. Dr. med. Reto W. Kressig zeigte, welche Erkenntnisse die moderne Altersmedizin zur Prävention liefert. Dabei ging es unter anderem um den biologischen Alterungsprozess, die Bedeutung verschiedener Lebensstilfaktoren und die Frage, wie sich altersbedingten Erkrankungen vorbeugen lässt.

Einen besonders anschaulichen Einblick in die Wirkung von Bewegung gab Dr. Regula Furrer. Sie erklärte, weshalb unsere Muskeln weit mehr sind als ein Bewegungsapparat. Als eine Art körpereigene Apotheke produzieren sie Botenstoffe, die verschiedene Organe und Körperfunktionen beeinflussen.

Ihre zentrale Botschaft: Bewegung wirkt wie Medizin. Und auch wer erst im höheren Alter damit beginnt, kann noch viel für die eigene Gesundheit erreichen.

Dr. Maria Brasser widmete sich der geistigen Leistungsfähigkeit und der Frage, wie wir unser Gehirn möglichst lange gesund und aktiv halten können. François Felber richtete den Blick auf einen weiteren wichtigen Gesundheitsfaktor: unsere Beziehungen. Denn soziale Kontakte, Zugehörigkeit und gemeinsame Erlebnisse tragen wesentlich zum Wohlbefinden bei.

Nicht nur zuhören, sondern selbst aktiv werden

Eine Besonderheit des Gesundheitsforums waren die drei interaktiven Workshops. Hier konnten die Teilnehmenden das Gehörte unmittelbar mit dem eigenen Alltag verbinden.

Im Workshop «Beweglich und leistungsfähig bleiben» zeigten die Physiotherapeuten Susanne Sommerhalder und Lukas Meier, wie Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht gezielt trainiert werden können. Dabei ging es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um Übungen, die helfen, im Alltag sicher und selbstständig zu bleiben.

Nina Gerber und Eva Flückiger widmeten sich im Workshop «Gemeinsam unterwegs» der Bedeutung sozialer Kontakte. Denn Begegnungen, gemeinsame Aktivitäten und das Gefühl, dazuzugehören, sind wichtige Bestandteile eines gesunden Lebens.

Im Workshop «Phantasievoll und gesund kochen» stand mit Küchenchef Jürg Bischof die Ernährung im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erhielten praktische Anregungen, wie sich gesundes Essen abwechslungsreich und genussvoll gestalten lässt.

Die Workshops machten deutlich, dass Gesundheitsförderung nicht kompliziert sein muss. Oft beginnt sie mit kleinen Veränderungen, die sich gut in den Alltag integrieren lassen.

Was bleibt von zwei Tagen Healthy Ageing?

Die blue zone days 2026 haben gezeigt, wie vielschichtig gesundes Altern ist. Biologische Prozesse, Bewegung, mentale Gesundheit, soziale Beziehungen, politische Rahmenbedingungen und die Gestaltung unserer Lebensräume greifen ineinander.

Dabei ergänzten sich die beiden Veranstaltungstage auf besondere Weise: Am Freitag wurden wissenschaftliche Zusammenhänge beleuchtet, neue Ansätze vorgestellt und gesellschaftliche Herausforderungen diskutiert. Am Samstag stand die Frage im Zentrum, wie sich dieses Wissen für die eigene Gesundheit nutzen lässt.

Doch die Erkenntnisse werfen auch weiterführende Fragen auf.

Wie können wissenschaftliche Forschungsergebnisse stärker in die Praxis einfliessen? Was braucht es, damit gesundes Altern nicht nur eine individuelle Möglichkeit bleibt, sondern für möglichst viele Menschen Realität werden kann? Und wie können Altersinstitutionen, Politik, Gesundheitswesen und Gesellschaft gemeinsam dazu beitragen?

Die Antworten darauf werden nicht an zwei Veranstaltungstagen gefunden. Die Blue Zone Days bieten jedoch eine Plattform, um solche Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, bestehende Vorstellungen zu hinterfragen und neue Denkansätze zu entwickeln.

Denn die eigentliche Herausforderung besteht nicht nur darin, immer mehr über gesundes Altern zu wissen. Sondern darin, dieses Wissen auch wirksam werden zu lassen.

Präsentationen blue zone days 2026

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Dr. Regula Furrer
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PD Dr. med. Mathias Schlögl MPH herunterladen

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Dr. Laura Meine 
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von Prof. Dr. Alexander Seifert
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Impressionen 2026 blue zone days